Was ist relevanter Traffic? Ein schönes Beispiel

Onlinemarketingmaßnahmen wie Suchmaschinenoptimierung (SEO) zielen darauf ab, den Traffic auf die eigene Webseite oder den eigenen Onlineshop zu erhöhen. Der englische Begriff Traffic für Verkehr steht dabei für nichts anderes, als die Besucher, die unseren Webauftritt besuchen sollen. Das Ziel soll demnach sein, möglichst viele Besucher zur Webseite zu locken.

Nur manchmal ist weniger doch mehr. Denn es lohnt sich nicht, einfach nur den Traffic, also die Anzahl Besucher zu steigern, denn hinter jedem Besucher steckt ein Mensch, der mit seinem Besuch im Internet ein bestimmtes Interesse verfolgt oder ein bestimmtes Bedürfnis hat. Findet er für sein Bedürfnis auf unserer Webseite keine Lösung, wird er oder sie die Webseite vermutlich sehr schnell wieder verlassen und woanders nach Lösungen suchen.

Es lohnt sich also nicht, Menschen mit falschen Versprechungen auf die Webseite zu locken. Im harmlosesten Fall erhöht dies zwar den sogenannten Traffic, trägt aber nichts zur Zielsetzung unseres Webauftritts und damit zum Geschäft bei. Im schlimmeren Fall bezahlen wir für diesen für uns uns nutzlosen Traffic viel Geld und verprellen auch noch die von uns in die Irre geleiteten Besucher.

Zur Verdeutlichung möchte ich ein Beispiel anbringen, dass mir eher aus Versehen mit einem Blogbeitrag hier auf meinem Blog virtual-commerce.de passiert ist. Vor ungefähr sechs Wochen hatte ich einen Artikel über die »Waschkampagne passt!« veröffentlicht. Diese Kampgane wurde im Rahmen des Entrepreneurship Summit 2012 in Berlin vorgestellt. Meine Intention für diesen Artikel lag in der Verdeutlichung des Prinzips des Entrepreneurship, weniger darin, ein bestimmtes Waschmittel zu propagieren.

Die Freude war zuerst groß, denn mit diesem Artikel werde ich auf Suchmaschinen zu Keywords aus dem Bereich »Waschkampgane« sehr gut gelistet. Mit diesem und ähnlich klingenden Keywords werde (bzw. wurde) ich bei Google bei einer durchschnittlichen Position von 2 gelistet. Mein Blog taucht zu dem Thema bereits auf der ersten Trefferseite bei Google im sogenannten organischen Listing in einer hervorragenden Position auf. Der Artikel bringt mir also eine Menge Traffic.

Aber was bleibt unterm Strich?

Was machen die Besucher nun, die über Suchmaschinen und Keywords wie »Waschkampagne« zu meinem Blog finden? Nun, sie finden auf meinem Blog nicht viel Informationen zum gesuchten und vermutlich erwarteten Thema. Also verlassen sie meine Webseite wieder. Das zeigt sich besonders drastisch in folgenden Kennzahlen:

  • Anstieg der Besucher, die über Suchmaschinen zu virtual-commerce.de kommen
  • Der Anteil der neue Besucher auf meinem Blog ist gestiegen: klar, denn im Prinzip spreche ich ungewollt eine neue Zielgruppe an.
  • Der Blogbeitrag über die Waschkampgane ist seit zwei Monaten neben der Startseite die am häufigsten aufgerufene Seite.
  • Die Bouncerate, also die Anzahl der Einseitenbesuche nimmt stark zu.
  • Die Zahl der Seitenaufrufe pro Besuch, eine Kennzahl für das Besucherinteresse, fällt stark ab. Das korreliert natürlich mit der strak gestiegenen Bouncerate.
  • Und letztlich sinkt auch die Zeit, die ein Besucher auf meinem Blog verbringt. Diese hat sich selbst im Durchschnitt fast halbiert.

Jetzt sind die Konsequenzen für meinen Blog nicht sehr tragisch und Besucher, welche tatsächlich die Webseite der Waschkampagne suchen, werden über einen im Artikel angebotenen Link dorthin weitergeleitet, aber dieses Beispiel verdeutlicht doch recht schön, was relevanter Traffic bedeutet. Und vielleicht habe ich Glück, und es bleibt doch jemadn hängen, der eigentlich auf der Suche nach Waschmittel war….

In den ersten Jahren des Interenets war es noch ein beliebtes Spiel, mit Keywords aus der Porno-Ecke möglichst viel Traffic auf die eigene Webseite zu holen. Das wurde selbst von seriösen Firmen gemacht. Aber mal ehrlich, was bringt das? Nichts! Letztlich hat dieser Missbrauch der Keywords auch dazu geführt, das sie von den gängigen Suchmaschinen ignortiert werden.

Aber man sollte das Prinzip einfach umdrehen, denn die oben genannten Kennzahlen liefern wertvolle Informationen darüber, welche Inhalte von Besuchern auf unserer Webseite nicht nur gesucht, sondern auch erwartet werden. Mit diesen Kennzahlen können wir dann sehr schön überprüfen, ob wir die Erwartungen unserer Besucher erfüllen und notfalls gegensteuern.

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