Rückblick auf die Meet Magento #6.12 in Leipzig

Meet Magento in Leipzig

Die letzten Jahre hatte ich es mir immer wieder vorgenommen, aber nie geschafft: Endlich mal die MeetMagento zu besuchen. Wie es aber der Zufall wollte, hatte ich die letzten eineinhalb Jahre sehr eng mit der Firma netresearch aus Leipzig zusammen gearbeitet. Da netresearch der Ausrichter der Meetmagento in Deutschland ist, lag es dieses Mal also nahe, die Konferenz zu besuchen.

Um was geht es bei Magento überhaupt? Magento ist ein Shopsystem, dass in einer frei verfügbaren Open Source Version sowie in einer lizenzpflichtigen Enterprise Edition von der Firma Magento Inc. aus den USA angeboten wird. Magento hat in den letzten drei, vier Jahren eine unglaubliche Verbreitung und ein enormes Wachstum erfahren. Den Ritterschlag erhielt die Firma letztes Jahr, als sie vom eCommerce-Riesen eBay übernommen wurde.

Dank seiner modularen Architektur und der damit verbundenen Flexibilität hat Magento schnell einen großen Freundeskreis unter Entwicklern gefunden. Diese sehr aktive Community treibt die Entwicklung der Shop-Software in Form zahlreicher Module rasant voran. Die Meet Magento ist letztlich nichts anderes ein jährliches Treffen dieser Community.

Rico Neitzel eröffnet die Meet Magento
Rico Neitzel eröffnet die Meet Magento

Das ist auch ein wenig das Problem der Veranstaltung, den es sind hauptsächlich Entwickler, die sich dort treffen. Andererseits möchte die Veranstaltung aber auch die sogenannte Business-Seite ansprechen, denn ohne eine starkes Interesse seitens der Onlinehändler, die Magento einsetzen sollen, hat auch das Shopsystem keine Zukunft.

Der Veranstalter netresearch versuchte den Spagat zwischen Technik und Business mit unterschiedlichen Vortragstracks zu lösen. So gab es neben sogenannten Panels mit Diskussionen zu verschiedensten Themen einen Business-Raum und einen Entwickler-Raum. Die Business-lastigen Vorträge waren dabei leider etwas sehr Werbe- und Marketinglastig. Dabei wurde die Erfolgsstory von Magento und von einzlenen Implementierungspartnern für meinen Geschmack etwas überzogen. Auch die parallel stattfindende Ausstellung verschiedener Firmen aus dem Magento-Umfeld richtete sich an potentielle Händler.

Aber die Mehrheit des Publikums bestand meinem Eindruck nach fast nur aus Entwicklern. Die Business-Vorträge waren daher weniger gut besucht und die Aussteller saßen eher gelangweilt an ihren Ständen. Anders der Entwicklerraum. Dort herrschte reger Andrang und obwohl der Raum zu vorhergehenden Veranstaltungen deutlich vergrößert wurde, saßen die Leute auf dem Boden oder standen hinten in der letzten Reihe.

Nachdem ich derzeit selbst am Aufbau eines Onlineshops arbeite habe ich mich natürlich auch für die Entwicklervorträge entschieden. So zeigte Tobias Vogt (von den webguys und vom Magento Podcast) z.B. die Erstellung eines eigenen Moduls für einen Konfigurator. Ein anderer Vortrag behandelte die Verwendung von Magento als Framework um ganz andere Anforderungen als einen Onlineshop zu realisieren. Ein weiteres Thema war die Automatisierung von Browserübergreifenden Tests auf Basis von Selenium. Ziel ist es dabei, die Testfälle regelmäßig über möglichst viele unterschiedliche Browser bei vertretbarem Aufwand laufen zu lassen.

Spannend war auch die Vortstellung eines neuen Moduls, dass als Alternative zu dem bereits bestehenden Marketready Germany die Verwendung von Magento für den deutschen Markt vorbereiten soll. Das Modul heißt German Setup und ist über Magento Connect zu finden (Wer Magento kennt, weiß was das bedeutet). So sorgt German Setup z.B. für die rechtssichere Darstellung der angezeigten Preise (mit Mehrwertseuer und Link auf die Versandkosten) und unterstützt bei der Anlage zwingend erforderlicher Seiten wie z.B. AGB’s und Impressum. Da auch dieses Modul frei verfügbar unter der Open Source Lizenz veröffentlicht wird, war es auch ganz interessant, einmal den Prozess kennenzulernen, wie so ein Modul gemeinsam von der Community erstellt wird.

Zu einem Impulsvortrag kam ich leider etwas spät, klang aber nicht uninteressant. Es ging um die Präsentation eines Tools namens jirafe, das als integrierbares Modul in Magento Auswertungen liefert, die ähnlich eines Webanalyse-Tools die Optimierung des Webshops auf Basis des Nutzerverhaltens erlauben sollen. Das Tool werde ich mir auf alle Fälle einmal näher anschauen.

Alle Vorträge wurden übrigens aufgezeichnet und sollen als Video über die Webseite der Meet Magento zur Verfügung gestellt werden.

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