netzblicke der IHK München: der Onlineshop als integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie

Gestern hatte ich endlich mal wieder Zeit für die Veranstaltung netzblicke der IHK München, eine Veranstaltungsreihe, die ich sehr schätzte. Das Thema war „Der Onlineshop als integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie“, der Referent Volker Schukai. Dem Titel nach also voll mein Thema. Um das Ergebnis aber vorwegzunehmen, ich wurde vom Inhalt des Vortrag dann doch etwas enttäuscht. Ich behaupte einfach mal, dass es dem Großteil des Publikums nicht anders ging.

Thematisch bin ich sicherlich vorbelastet, da ich bereits seit über 15 Jahren predige, die Chancen des Internets zu nutzen. Aber dem Publikum lang und breit zu erklären, wie wichtig ein Engagement im eCommerce ist, halte ich für so spannend wie die Entdeckung des Neulandes durch unser aller Kanzlerin. Die anschließende Diskussion erhärtete dann auch meinen Verdacht, dass viele der Besucher sich bereits im Klaren darüber sind, dass sie in irgendeiner Form im Internet aktiv werden müssen, die Frage ist halt nur wie. Sonst säßen sie ja nicht in diesem Vortrag.

Die Fragen der Zuhörer im Anschluss an den Vortrag waren dann auch sehr konkret, so ging es um Fragen wie Onlinemarketing oder ganz einfach: Wer programmiert mir meinen Onlineshop. In seinen Vortrag blieb der Referent aber sehr vage und führte lediglich zahlreiche bekannte Beispiele von Firmen an, die die aufkommenden Chancen des Internets erfolgreich genutzt haben (erstaunlicherweise tauchen da so Namen wie Apple, Amazon und Zalando auf), oder von Firmen, die diese Technologie schlichtweg verpennt oder falsch eingeschätzt haben (z.B. Kodak, Nokia). Nur was ist der Erkenntnisgewinn für einen Unternehmer kleiner oder mittlerer Größe daraus, der sich Gedanken darüber macht, wie er das Internet für seine Zwecke nutzen könnte?

Die Tatsache, dass ein Onlineshop seine Waren rund um die Uhr und weltweit anbietet, ist auch nicht gerade ganz neu. Die sich daraus ergebenden Konsequenzen hinsichtlich Recht oder steuerliche Fragen (Datenschutz war in diesem Zusammenhang kein Thema) dämpften dann sicher jeden aufkeimenden Ehrgeiz der Teilnehmer wieder. Das Thema Strategie wurde zwar immer wieder mal gestreift, beschränkte sich dann aber auf die Erkenntnis, möglichst viel zu automatisieren. Hier hätten vielleicht mehr Beispiele anderer kleinerer Unternehmen geholfen, die im eCommerce recht erfolgreich unterwegs sind. In diesem Zusammenhang fiel dann auch der Name Prof. Faltin und seine Teekampagne bzw. sein Buch »Kopf schlägt Kapital« (übrigens sehr zu empfehlen, und nicht nur für Gründer).

Wie schon angedeutet, spannender waren da schon die Fragen aus dem Publikum, die ich hier zum Teil aufgreifen möchte:

  • Wie finde ich einen Programmierer, der mir meinen Onlineshop baut?
    Darauf hatte der Referent nur die Antwort, dass er mit seiner Firma selbst Programmierer sucht. Die Möglichkeit, über Plattformen wie Gulp oder Xing an entsprechenden Leute zu kommen, wurde nur kurz gestreift.
  • Was kostet’s?
    Eine oft gestellte Frage und tatsächlich eine, auf die man schwer eine Antwort geben kann. Sie treibt aber verständlicherweise jeden um, der den Einstieg in den eCommerce plant. Allerdings wurden kaum Wege vorgestellt, wie man vielleicht kostengünstig einen solchen Einstieg gestalten kann, ohne gleich eine Agentur beauftragen zu müssen. eCommerce-Plattformen oder mit Onlineshops auf Mietbasis als Möglichkeiten zum Einstieg wurden dabei nur am Rande erwähnt.
  • Wie findet man einen Einstieg in die Internationalisierung?
    Meiner Meinung nach der nützlichste Tipp des Abends: der Referent empfahl, über Plattformen wie Ebay oder Amazon zu versuchen, das eigene Angebot international anzubieten um so ein Gefühl dafür zu bekommen, ob das Angebot überhaupt auf eine entsprechend Nachfrage trifft. Ist das der Fall, kann man sein Engagement erhöhen und evt. den eigenen Onlineshop nachziehen (mit allen Konsequenzen bezüglich Recht, Steuern und Datenschutz).
  • Wie beurteile ich die Qualität von Dienstleistern, besonders von Freelancern?
    Der einzige Tipp dazu war, bei Dienstleistern Referenzen einzufordern. Aber keine Rede davon, dass man nirgendwo so gut wie im Onlinemarketing eine Erfolgskontrolle durchführen kann, nämlich mit Hilfe der Webanalyse. Damit lässt sich nicht nur der Erfolg von Marketingmaßnahmen messen, sondern eben auch die Leistung des Dienstleisters beurteilen. (Diese Gelegenheit nutzte der Referent natürlich gleich, um auf die Gefahren durch den Einsatz von Freelancern hinzuweisen. Jede Firma mit kleinem Budget sollte sich aber im Klaren darüber sein, dass sie bei großen namhaften Agenturen auch nur eine kleine Nummer sind und vom Praktikanten bedient werden. Und das zu ordentlichen Stundensätzen. Habe ich bei meinen früheren Arbeitgebern selbst oft genug erlebt)

Mein Fazit zum gestrigen Vortrag

Auch wenn es immer wieder schön ist, die Success Stories aktuell bekannter Namen im Internet zu hören, oder mit leichtem Schaudern das Scheitern traditioneller Marken im eCommerce zu diskutieren: Meiner Ansicht nach war der Erkenntnisgewinn aus dem Vortrag für Leute, die aktuell für sich oder ihr Untenehemn Entscheidungen über Investitionen im eCommerce treffen muss, eher gering. Da hilft meines Erachtens auch die Literaturempfehlungen auf die Schriften eines Carl von Clausewitz über mitlitärische Strategien nicht weiter (Faltins Buch »Kopf schlägt Kapital« passt eindeutig besser). Es hat nicht jeder die Ambition einen Weltkonzern aufzubauen.

Auch wenn meine Kritik am gestrigen Abend etwas harsch klingt, ich freu mich doch immer wieder, bei den netzblicken vorbei zuschauen. Selbst wenn sich die interessanten Impulse gestern für mich eher durch die Publikumsfragen ergaben. So ist es offensichtlich, dass es einen großen Bedarf im Bereich der technischen Unterstützung im eCommerce, wie z.B. bei der Erstellung und der Betreuung von Onlineshops oder im Onlinemarketing gibt.

Ein Angebot, dass ich in diesem Zusammenhang an dieser Stelle natürlich gerne mache, ist meine Koopeation mit der litauischen Agentur ADEO WEB, inzwischen auch mit deutscher Webseite adeoweb.de. ADEO WEB ist eine auf Magento spezialiserte Internetagentur, die eCommerce-Projekte in hoher Qualität und zu günstigen Konditionen umsetzt. Und mit mir haben Sie einen Ansprechpartner vor Ort und in deutscher Sprache. Und gemeinsam sind wir vor allem an langfristigen Kundenbeziehungen interessiert.

Webseite zur Veranstaltung: www.muenchen.ihk.de/de/innovation/E-Business-und-IuK-Wirtschaft/Veranstaltungen-_Kooperationen-_Netzwerke/netzblicke.html

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