Google Glass beim Bloggertreffen im Ammersee-Denkerhaus, Diessen

Google Glass in aller Munde, so auch beim gestrigen Bloggertreffen im Ammersee Denkerhaus in Diessen. Das sogenannte Wearable Device (so etwas wie „Tragbares Gerät“) ruft derzeit nicht nur Begeisterung hervor, sondern auch viel Kritik. Aus diesem Grund habe ich gerne die Gelegenheit wahrgenommen, mir das gute Stpück einmal in echt anzusehen und sogar einmal selbst testen zu können.

Bloggertreffen im Ammersee Denkerhaus, Thema Google Glass

Bloggertreffen im Ammersee Denkerhaus, Thema Google Glass

Die Einführung zu dem Thema lieferte Benjamin Weiss. Er ist Android-Entwickler in Berlin, stammt aber aus Diessen. Er opferte einen Abend seines Heimaturlaubs um uns Landeier über einen der neuesten Technologietrends aufzuklären: Google Glass. In den Medien seit Wochen ein Dauerbrenner ist Google Glass nichts anderes als ein Minicomputer, den man in Form einer Brille auf der Nase trägt.

Die Komponenten von Google Glass sind der brillenähnliche Rahmen, Lage-, Bewegungs- und sonstige Sensoren, ein relativ unauffälliges Touchpanel, ein kleiner Rechner, ein kleiner Bildschirm vor dem rechten Auge, ein Akku und eine auffälligere Kamera. Letztere führt dazu, dass Google Glass nicht überall gerne gesehen wird, weiß man als Gegenüber eines solchen Brillenträgers doch nie, ob man gerade gefilmt wird.

Das war zumindest mein Missveständnis, denn das Filmen oder Fotografieren mit Google Glass ist zumindest nicht dauerhaft möglich. Dazu reicht die Akkuleistung nicht. Benjamin Weiss sprach von ca. einer Stunde Aufnahmezeit, dann ist der Akku erschöpft. Spannender fand ich eigentlich den Bildschirm vor dem Auge. Man trägt sie Brille so, dass dieser vor dem rechten Auge sitzt. Man hat ihn daher nicht direkt im Blickfeld, sondern in der rechten, oberen Ecke. Er besteht aus einem Prisma und das eingeblendete Bild ist transparent.

Hat man die Brille auf, stört dieses Bild erstaunlich wenig, was aber eingeblendet wird, ist gut zu erkennen, Text zum Beispiel gut zulesen. Und das ist wohl das interessantere Feature der Brille, sich im Blickfeld des Auges zusätzliche Informationen einblenden zu lassen. Daraus leiten sich dann auch die Anwendungsfälle ab, mit der Google Glass derzeit propagiert wird: z.B. Feuerwehrmänenr im Einsatz, wie sie über diese Brille zum Einsatzort oder in dichtem Rauch zu Verletzten geleitet werden. Denkbar wären auch Navigationssysteme für Radler, die anzeigen, wenn man abbiegen muss oder Drohnenpiloten, die das Bild der Onboardkamera über die Brille angezeigt bekommen. Mit der Zeit fallen einem da schnell weitere, mehr oder weniger sinnvolle Anwendungsfälle ein.

Und das ist das spannende an dieser Technologie. Die Brille kann man derzeit eher Prototyp einstufen, deren Anschaffungspreis für die breite Masse noch viel zu hoch ist (ca. $1.500). Aber es entstehen gerade viele Anwendungen und Geschäftsmodelle auf Basis dieser Technik, Stichwort Augmented Reality. Außerdem muss das Device ja nicht unbegdingt eine Brille bleiben. Es gibt inzwischen schon zahlreiche Anwendungen verschiedener Onlineportale wie Evernote (verteiltes Arbeiten im Team) oder Strava (Trainingsunterstützung für Läufer und Radler), die die Synchronisierung der Daten mit dieser Brille zulassen und Google Glass als Eingabe- bzw. Ausgabegerät nutzen.

Trotz der Begeisterung bleibt meine Meinung über Google Glass zwiespältig. Einerseits kann ich mich für solch ein technisches Spielzeug (siehe Quadrokopter) schon begeistern. Es wird sicherlich auch den ein oder anderen Anwendungsfall geben, bei dem der Einsatz von Google Glass sinnvoll ist, betrachtet man aber die negativen Auswirkungen wie der Verlust an Privatspähre bleibt ein unangenehmer Beigeschmack. In den letzten Monaten mussten wir schließlich lernen, daass vor allem die Regierungen der westlichen Demokratien so gut wie alle Schweinereien treiben, die technisch möglich sind. Dagegen erscheint die Stasi der ehemaligen DDR inzwischen wie ein Kindergeburtstag.

Ein weiterer Beitrag über den gestrigen Abend kann man beim Moosblogger nachlesen: Interesse und Skepsis beim Diessener Blogger Stammtisch.

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  1. Interesse und Skepsis am Dießener Blogger-Stammtisch - moosblogger : moosblogger - […] luken. Sehr schön hat unser Blogger-Kollege Thomas Schmidt aus Pähl den Vortrag in seinem Blog www.virtual-commerce.de zusammengefasst. Merci, Thomas!…

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