Gelesen: Meditation für Skeptiker von Ullrich Ott

Buchcover Meditation für Skeptiker von Ullrich Ott

Buchcover Meditation für Skeptiker von Ullrich Ott

Wie schafft man es, konzentriert und produktiv auf ein gesetztes Ziel hinzuarbeiten und sich dabei nicht aus der Ruhe bringen zu lassen? Diese Frage beschäftigt mich nicht erst seit meinen Schritt in die Selbständigkeit. Vor allem als Angestellter in einem Unternehmen kann man seine Arbeitsumgebung kaum beeinflussen, geschweige denn aktiv gestalten. Dabei ist man nicht nur dem sozialen Umfeld der Kollegen ausgeliefert. Bis auf Ausnahmen dürfte das bei den meisten Arbeitnehmern auch passen, sondern man hängt eher von Entscheidungen im sogenannten »Oberen Managment« ab.

Lange Zeit habe ich mich zum Beispiel intensiv mit der Methodik des Projektmanagements beschäftigt(z.B. über das Project Management Institute, PMI). Bücher gelesen, Kurse absolviert, Zertifizierungen abgelegt und versucht, das Gelernte in die Praxis umzusetzen. Was hat es gebracht? Salopp gesagt, es hat bei meinen Arbeitgebern keine Sau interessiert. Wer erfolgreich ein Projekt leitet bekommt als Dank dafür höchstens noch mehr Arbeit übertragen, von einer Anerkennung – in welcher Form auch immer – keine Spur. Also eine Sackgasse. Die Entscheidungen über Verantwortung und Budgets fallen in einer großen Firma woanders und nach undurchsichtigen Kriterien.

Das hat mir zusehends Probleme bereitet und letztendlich zu dem Entschluss geführt, mich selbständig zu machen. Mein Ziel ist es, mir meine Arbeitsumgebung selbst zu gestalten. Arbeit, vor allem, dass was ich seit Jahren mache, hat mir immer großen Spaß bereitet und eigentlich wollte ich als Angestellter immer nur eins: in Ruhe meine Arbeit tun dürfen. Dass dies in vielen Firmen nicht möglich ist, zeigen die zunehmenden Berichte über Depression Burnout und andere psychische Störungen bei vielen Arbeitnehmern.

Dabei geht es mir nicht (mehr) um eine gnadenlose Selbstoptimierung und Steigerung der eigenen Leistungsfähigkeit, sondern wie schon beschrieben darum, meine Abreitszeit möglichst effektiv einzusetzen und mich auf die verschiedenen Aufgaben zu fokussieren. Und Meditation scheint ein Weg zu sein. Nun bin ich das absolute Gegenteil eines Esoterikers, aber im Falle von Yoga und Meditation sieht es so aus, dass sie ihre Wirkung auch jenseits religiöser Riten entfalten. Die zunehmende Forschung deutet mit ihren Ergebnissen jedenfalls darauf hin. Was zur Behandlung von Krankheiten gut ist, Spitzensportlern hilft, sich auf Ihr Ziel zu konzentrieren, kann im Arbeitsalltag und im Umgang mit Auftraggebern nicht schlecht sein.

Insofern hat mich der Titel des Buches »Meditation für Skeptiker« von Ullrich Ott sofort angesprochen. Ott nähert sich dem Thema Meditation von der wissenschaftlichen, vor allem der neurophysiologischen Seite. Um aber auch dem der Wissenschaft weniger geneigten Leser den Einstieg zu erlauben, hat er sein Buch in zwei Teile geteilt, einem eher praktischen Teil und einem, kleineren zweiten Teil, in dem er über den aktuellen Stand der Wissenschaft zum Thema Meditation berichtet.

Im Praxisteil geht es darum, dass er in einer Art Einführung den Unterbau der Meditationsübungen erläutert, auf den die eigentlichen Übungen folgen. Dabei geht er streng systematisch vor und beginnt mit einfachen Atemübungen. In den nächsten Schritte nähert er sich dem Themen Denken, Fühlen und letztendlich dem eigentlichen Ziel, der Meditaiton über die eigenen Existenz, dem Sein. Das schafft der Autor ohne in die Esoterik abzudriften, denn er erklärt viele mystische und spirituelle Phänome mit messbaren Ergebnissen aus der Neurophysiologie. Das mag für viele vielleicht ein Downtuner sein, für mich als studierten Biologen mit starker Ausrichtung auf die Neurophysiologie macht es das Thema aber umso spannender und nachvollziehbarer.

»Meditation für Sketpitker« ist also ein unverklärter Einstieg in ein Thema, das in den nächsten Jahren sicher noch an Bedeutung gewinnen wird, nicht nur für einen Selbst. Ein Selbstverscuh ist es jedenfalls wert.

Ähnliche Beiträge

Lesetipps zum Thema Meditation und Achtsamkeit:

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *