Gelesen: Kopf schlägt Kapital von Günter Faltin

»Kopf schlägt Kapital« von Günter Faltin ist eines der vielen Bücher, die ich zur Vorbereitung auf meine Selbständigkeit gelesen habe. Faltin stellt darin die These auf, dass zur Gründung eines Unternehmens weniger das verfügbare Startkapital entscheidend ist, sondern eher die der Gründung zugrunde liegende Idee. Sie gibt den Ausschlag für den Erfolg der Unternehmung.

In den letzten Tagen habe ich auf meinem Blog einige Rückblicke zur Veranstaltung des Entrepreneurship Summit 2012 in Berlin sowie zu einzelnen Vorträgen geschrieben. Bei dieser Gelegenheit habe ich festgestellt, dass ich nie einen Beitrag über Faltins Buch »Kopf schlägt Kapital« geschrieben habe. Faltin schreibt darin, dass die Bedingungen nie besser waren, sein eigenes Unternehmen zu gründen wie zur Zeit. Ein Grund dafür ist unter anderem die Entwicklung des Internets. Man findet darin nicht nur jede für eine Gründung benötigte Information, sondern es erlaubt zum Beispiel auch den Aufbau eines eigenen, direkten Vertriebs für angebotene Produkte und Dienstleistungen. Weiterhin bietet es die Möglichkeit, mit einem überschauberen Aufwand Werbung und Marketing zu betreiben (z.B. Empfehlungsmarketing via Social Media).

Entscheidend ist für Faltin allerdings die Idee, auf der man sein Unternehmen aufbauen möchte. Diese muss stimmen: das Produkt oder die Dienstleistung muss ein Bedürfnis der zukünftigen Kunden erfüllen, oder anders ausgedrückt, es muss einen Mehrwert gegenüber bestehenden Lösungen bieten. Stimmt die Geschäftsidee, ergibt sich der Rest dann eigentlich schon von selbst.

Eine weitere Empfehlung Faltins ist, sich den Kopf für sein Unternehmen frei zu halten, sich also nicht im täglichen Klein-klein zu verlieren. »Man soll an seinem Unternehmen arbeiten, nicht darin«, so ein Zitat von ihm. Da sich die Arbeit aber nicht von alleine erledigt, hat er das Konzept der auf Komponenten basierenden Gründung entwickelt. Man lagert möglichst viele der Tätigkeien aus, die einen davon abhalten, seine Idee und damit sein Unternehmen zu entwickeln. Zu diesen Komponenten können z.B. alle Tätigkeiten wie Buchhaltung, Abwicklung von Bestellungen oder der Versand gehören (Fullfilment).

Das diese Art der Existenzgründung nicht nur funktionieren kann, sondern auch enorm erfolgreich werden kann,zeigt er beispielhaft an der Teekampagne. Diese Kampagne hat er gemeinsam mit Studenten aufgebaut. Die Teekampagne importiert Tee und verkauft ihn Großpackungen, die es bis dahin nicht gab. Außerdem umgehen sie den Zwischehandel, was den Effekt hat, dass die Produzenten mehr Geld für ihre Ware erhalten und Kunden weniger dafür bezahlen müssen. Außerdem beschränkt sich die Teekampagne auf ein einziges Produkt: Darjeeling. Das Konzept funktioniert, denn die Teekampagne ist inzwischen der größte Importeur von Darjeeling in Deutschland. (Webseite der Teekampagne)

Faltin sieht noch einen weiteren positiven Aspekt des Entrepreneurship: für ihn ist es ein Weg, um ein selbstbsestimmtes Leben zu führen. In Zeiten von immer höheren Arbeitsbelastungen, Burnout oder drohender Arbeitslosigkeit sieht er im Entrepreneurship eine Alternative. Es geht dabei nicht darum, Arbeit zu vermeiden, sondern darum, sein Arbeitstempo selbst zu bestimmen bzw. auch das schöne Gefühl zu entdecken und zu genießen, etwas Eigenes aufzubauen. Eine verlockende Aussicht wenn man zu Arbeitnehmern gehört, die mit jeder Umstrukturierung in ihrem Unternehmen herumgeschoben werden oder gar aufgrund von Sparmaßnahmen vom Rauswurf bedroht sind. Es geht als um ein selbständiges Leben, im wahrsten Sinne des Wortes.

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