Gelesen: Advanced Web Metrics mit Google Analytics vom Brian Clifton

Vor einiger Zeit hatte ich das Buch Web Analytics von Marco Hassler gelesen. Eine Rezension zu dem Buch hatte ich auf diesem Blog veröffentlicht: Gelesen: Web Analytics von Marco Hassler. Hassler gibt eine Einführung in die Webanalyse, und versucht, nicht zu sehr auf einzelne Tools einzugehen. Wegen der einfachen Verfügbarkeit bezieht er sich mit seinen Beispielen allerdings öfters auf Google Analytics und widmet dem Tool gemeinsam mit dem Analysetool von Yahoo ein eigenes Kapitel. Dank Hasslers Buch habe ich erst angefangen, mich näher mit Google Analytics zu beschäftigen. Da kam mir das Angebot vom mitp-Verlag gerade Recht, für ein Freiexemplar von Brian Cliftons Advanced Web Metrics mit Google Analytics eine weitere Rezension zu schreiben.

Google Analytics ist von seinem Funktionsumfang, wenn man ihn ausreizt, vielen kommerziellen Analysetools ebenbürtig. Das Tool selbst steht jedem Webseiten-Betreiber kostenfrei zur Verfügung. Diese freie Verfügbarkeit ist auch ein Grund dafür, dass es zahlreiche Quellen zur Benutzung des Tools gibt. Dazu zählen zum Beispiel Blogs oder Bücher wie z.B. Timo Adens »Google Analytics« oder eben Brian Cliftons »Advanced Web Metrics mit Google Analytics«. Ein riesengroßer Vorteil gegenüber den Tools der Mitbewerber, und wohl mit ein Grund für die Beliebtheit und starke Verbreitung des Werkzeugs. Viele Hersteller kommerzieller Analysetool konzentrieren sich meiner Ansicht nach zu sehr auf Großkunden und vernachlässigen kleine und mittelständische Firmen zu sehr. Neben Google Analytics stehen diesen kaum eine kostengünstige, intuitiv bedienbare Lösungen zur Verfügung.

Allerdings steht Google Analytics seit Jahren unter Beschuss deutscher Datenschützer. Auf die jüngste, sehr öffentlichkeitswirksame Debatte um abgebrochene Verhandlungen zwischen dem Hamburger Datenschutzbeauftragten und Google gehe ich hier nicht ein, näheres dazu findet sich auf dem Blog eControlling von Markus Vollmert. Um so interessanter, dass Clifton sehr stark auf die Thematik Datenschutz eingeht. Clifton zufolge ist der Datenschutz eines der zentralen Anliegen der Firma Google. Eine gute Portion gesunder Skepsis dürfte trotzdem angebracht sein. Man sollte die laufende Diskussion schon alleine aus dem Grund verfolgen, um eventuelle juristische Konsequenzen durch den Einsatz des Tools zu vermeiden. Andererseits reagiert Google immer sehr schnell mit technischen Lösungen wie das Opt-out-Plugin für diverse Browser oder die Anonymisierung der gespeicherten IP-Adressen.

Was mir immer ein Rätsel war, warum Google ein solch mächtiges Tool überhaupt kostenfrei anbietet, während andere Softwarehersteller für gleichwertige Tools recht hohe Lizenzgebühren verlangen. Auch dafür findet Clifton eine Erklärung, denn Google verdient sein Geld eben nicht mit dem Verkauf von Software, sondern mit Werbung. Google gibt mit seinem Analysetool Webseitenbetreibern ein Werkzeug an die Hand, mit dem sie die Nutzung ihrer Webseiten verbessern können. Letztendlich verdient auch Google über diesen Umweg wieder mehr, zum Beispiel mit seinem äußerst erfolgreichen Werbenetzwerk Google Adwords.

Clifton geht in diesem ersten Teil des Buches sehr ausführlich auf diese Diskussionen ein. Er erklärt sehr detailiert die zum Einsatz kommende Technik, bevor er sich dem Tool und seiner Nutzung widmet. Ich persönlich finde diese Einführung in das Thema recht spannend, für andere Leser, die sich vielleicht gleich mit dem Einsatz von Google Analytics beschäftigen möchten, mag dieser Vorspann eventuell ein wenig zu lang sein. Aber man kann ja weiterblättern.

Die folgenden drei Teile des Buches beschäftigen sich dann mit der Software an sich. Dem Streifzug durch die zahlreichen Benutzeroberflächen und Funktionen folgt eine detailierte Anleitung zur Implementierung von Goolge Analytics bzw. de Einbinden des sogenannten Tracking Codes. Im vierten und letzten Teil des Buches widmet sich der Autor der Interpretation der Daten. Dass sich Clifton so ausführlich mit der Auswertung der Daten beschäftigt, kommt nicht von ungefähr, denn Webanalyse ist deutlich mehr als das Sammeln von Daten. Mit dem reinen Sammeln und Horten von Daten ist nämlich erst einmal gar nichts gewonnen! Nur wer diese Daten auch sinnvoll auswertet und die richtigen Schlüsse aus den Messungen zieht, kann für die Optimierung  seiner Webseite wertvolle Hinweise gewinnen und die Nutzung in seinem Sinne verbessern. Und wie so oft im Leben: weniger ist oft mehr. Denn wer bei dem Funktionsumfamg seines Analysetools – und das gilt wieder für alle Tools – nicht in Lage ist, sich auf die wesentlichen Daten zu konzentrieren, wird den Wald vor lauter Bäumen nicht erkennen.

Unter diesem Aspekt ist „Advanced Web Metrics mit Google Analytics“ nicht nur ein reines Anwenderhandbuch für Google Analytics, sondern liefert eine Menge Grundlagenwissen zum Einsatz von Webanalyse zur Optimierung der eigenen Webseite.

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