Der Entrepreneurship Summit 2012 in Berlin

In Vorbereitung auf meine Selbständigkeit habe ich unter anderem das Buch von Prof. Günter Faltin »Kopf schlägt Kapital« gelesen. Es geht darum, dass das Entscheidende an einer Gründung die Idee ist, weniger das verfügbare Kapital. Das Buch hat mich sehr beeindruckt und sicherlich nachhaltig beeinflusst, denn Faltin verfolgt einen grundlegend anderen Ansatz einer solchen Unternehmensgründung als man von den sonst üblichen Beratungsstellen vermittelt bekommt.

Entrepreneurship Summit 2012 im Henry Ford Bau der FU Berlin Entrepreneurship Summit 2012 im Henry Ford Bau der FU Berlin

Während für Medien und Politik die Motivation für eine Existenz- oder Unternehmensgründung irgendwo zwischen Arbeitslosengeld I und Hartz IV angesiedelt ist, verfolgt Günter Faltin einen anderen Ansatz. Der Fokus liegt dabei vor allem in der Freude und der Begeisterung, die ein solcher Schritt für den Gründer auslösen kann. Selbstverwirklichung spielt dabei zwar auch eine Rolle, der Begriff ist aber sicherlich zu kurz gegriffen. Es geht auch um eine starke soziale Komponente und um die Verantwortung für sich, für seine Angehörigen, für die Mitarbeiter und nicht zuletzt für die Gesellschaft, die sich aus einer Unternehmensgründung ergibt.

Dabei ignoriert er nicht die betriebswirtschaftliche Sicht, aber er reduziert die Betriebswirtschaft zu einem reinen Werkzeug. Man muss es zwar anwenden, aber es auf gar keinen Fall zu einen Selbstzweck werden darf (Der Titel eines Vortrags von Alexander Osterwalder hieß: Burn your Businessplan). Nach Faltin liegt die Hauptaufgabe eines Gründers darin, seine Ideen zu entwicklen und umzusetzen und eben nicht, Businesspläne zu pflegen oder die Buchhaltung zu machen. Und vor allem nicht der Meinung zu Verfallen, alles auch noch selbst machen zu müssen. Wer keine Lust darauf hat, kann und soll diese Aufgaben möglichst auslagern und sich auf seine Ideen konzentrieren. Ein Zitat von Günter Faltin lautet: Man soll an seinem Unternehmen arbeiten und nicht darin. Als Konsequenz daraus ergibt sich das sogenannte komponentenbasierte Gründen.

Ein weiterer Aspekt ist der Einfluss der Kunst und der Kreativität in einem solchen Prozess der Gründung. Faltin widerspricht der traditionellen Sichtweise, dass vor allem in der Anfangsphase einer Firmengründung für diese Dinge keine Zeit wäre, denn genau darin sieht er einen Grund für das Scheitern vieler Gründer. Man beschäftigt sich zu sehr mit seinen Zahlen statt der Kreativität genügt Raum zu lassen um so das Enstehen neuer Ideen zu ermöglichen.

Aus diesem Ansatz ergeben sich zahlreiche Vorgehensweisen und Methoden, die einem helfen, das eigene Unternehmen an den Start zu bringen. Und diese Methoden sowie der Austausch mit anderen Kollegen darüber ist das Ziel des entrepreneurship summit. An zwei Tagen, in zahlreichen Vorträgen, Workshops, Podiumsdiskussionen und Impulsveranstaltungen hatte man ausgiebig Gelegenheit, sich mit all diesen Themen auseinanderzusetzen und Gleichgesinnte, vielleicht sogar Mitstreiter zu treffen.

Einige persönliche Eindrücke zur Veranstaltung

Aufgefallen ist mir zu allererst das sehr heterogene Publikum. Ich hatte überwiegend Studenten erwartet, aber man konnte alle Altersklassen antreffen. Auch der Anteil an Frauen war sehr hoch: Also keine (oder nicht nur) jungen, männlichen, nerdigen Informatikstudenten, die die nächste IT-Klitsche aufziehen wollen, um sie schnellstmöglich mit maximalen Gewinn wieder zu verscherbeln.

Gefallen hat mir zudem die Mischung aus hochdekorierten Rednern und vielen jungen Firmengründern und -gründerinnen. Die Mischung aus einem wissenschaftlichen Unterbau in Kombination mit dem anwendungsorienteirten Überbau dürften diese Veranstaltung sicherlich einnmalig machen. Es hat außerdem großen Spaß gemacht, nach gut zwanzig Jahren mal wieder in einem Hörsaal einer Universität zu sitzen (auch wenn unser gegenwärtiges Bildungssystem ordentlich Schelte einstecken musste).

Insgesamt waren die beiden Tagen für mich sehr informativ und inspirierend. In den nächsten Tagen möchte ich in eigenen Beiträgen auf einzelne Vorträge und Ereignisse näher eingehen, die mich besonders beeindruckt haben. Nicht nur, um sie für mich zu dokumentieren, sondern auch, um das Gehörte so für andere weiter zu geben. Es ist jedenfalls sehr beeindruckend, was Günter Faltin in den letzten Jahren und Jahrzehnten geschaffen hat. Betrachtet man die aktuelle Entwicklung rund um die Themen Banken-, Euro- und Europakrise, kann man sich nur wünschen, dass er mit seinen Ideen und Konzepten weiterhin viel Erfolg haben wird.

Weitere Informationen zum Entrepreneurship Summit 2012 sowie zum Thema Entreprenuership finden sich im Internet unter:
www.entrepreneurship.de/summit bzw. www.entrepreneurship.de. Dort finden sich in den nächsten Tagen auch die Viedoaufzeichnungen der einzelnen Vorträge!

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