Der eigene Onlineshop Bikezeug mit Magento

Im Laufe meiner Karriere habe ich genügend Agenturen und Berater erlebt, die ihren Kunden wohlmeinende, aber sinnlose Ratschläge teuer verkaufen. Eine Idee für meine Selbständigkeit war deshalb, neben der Tätigkeit als Berater für eCommerce, Onlinemarketing und Webanalyse einen eigenen Onlineshop zu betreiben. Meine Kunden sollen von den Erfahrungen aus dem Betrieb eines solchen Webshops profitieren. Vor 2 Tagen starteten wir nun mit einem Onlineshop für Radsportartikel und so geht es auch für mich nicht mehr nur um Technik, sondern auch um Dinge wie Lagerverwaltung, Bestandsverwaltung, Logistik, Fulfillment und Zahlungsabwicklung.

Bikezeug - Fahrradladen in Starnberg Bikezeug – Fahrradladen in Starnberg

Um für den Shop nicht auch noch in einen Warenbestand investieren zu müssen, war ich sehr dankbar für die Gelegenheit, diesen Onlineshop in Kooperation mit einem bestehenden Einzelhandelsgeschäft, dem Fahrradgeschäft Bikezeug in Starnberg zu betreiben. Wir wollen darüber nicht nur Fahrräder und Fahrradzubehör verkaufen, mich interessiert auch die Frage, ob es sich für einen solchen Laden mit überschauberer Größe tatsächlich lohnt, zusätzlich noch eine Geschäftstelle im Internet zu betreiben. Denn es gibt zahlreiche große, bestens etablierte Online-Versender und ein weiterer Onlineshop ist keine echte Innovation. Aber mit der dramatisch zunehmenden Konkurrenz aus dem Internet dürften sich viele Einzelhändler diese Frage stellen und die einfachste Art, so etwas herauszufinden ist, es einfach auszuprobieren.

Die Idee für den Onlineshop von Bikezeug

Wir sind in unserem Experiment in der glücklichen Lage, dass mein Kooperationspartner und ich uns hervorragend ergänzen: Michael Schenk vom Radlladen Bikezeug bringt neben seinem Warenbestand sein ganzes Know-how über der Radsport und der Branche ein. Egal, ob Mountainbikes, Rennräder oder Triathlon, Michael kennt sich aus. Ich kümmere mich um den Aufbau den Betrieb und die Vermarktung des Onlineshops. Und wenn ich nebenbei wieder mehr zum Biken komme, wäre das ein klasse Nebeneffekt.

Der Webshop in seiner jetzigen Form ist noch nicht die Version, die ich mir vorstelle, da wir haben nur begrenzte Mittel zur Verfügung haben. Der Warenbestand im Onlineshop ist noch sehr überschaubar und auch das Layout noch deutlich verbesserungswürdig. Aber der Onlinestart vor zwei Tagen ist ein erster Meilenstein und erlaubt es uns hoffentlich, mit Hilfe der Webanalyse erste Erkenntnisse aus dem Betrieb zu ziehen. Und wenn doch der ein oder andere Kunde schon etwas bestellt, dann sind wir sicher auch nicht böse.

Erste Learnings vom dem Aufbau des Shops

Erste Learnings und Insights konnten wir bereits beim Aufbau des Webshops gewinnen. Wir setzen auf das Open Source Shopsystem von Magento und obwohl diese Software sehr komplex und nicht auf Anhieb zu durchschauen ist, ist das Problem wie bei so vielen Webprojekten nicht die Technik. Es sind wie so oft die Inhalte, in unserem Fall die Produktinformationen.

Der erste Versuch, die Daten aus einem bestehenden Warenwirtschaftssystem zu übernehmen scheiterte. Einerseits war der Datenbestand nicht in einem Zustand, das man ihn ohne komplette Überarbeitung hätte übernehmen können, andererseits fehlen einem solchen System die meisten Daten, die für ein Produkt, dass in einem Onlineshop präsentiert werden soll, interessant wären. Das sind zum Beispiel Produktbilder und Produktbeschreibungen sowie Querverweise auf andere Produkte für Crossselling und Upselling.

Für den Start haben wir nun beschlossen, mit Shop und Warenwirtschaft getrennt zu fahren, was uns zudem die Möglichkeit gibt, auch Ware anzubieten, die im Laden nicht vorrätig ist, sondern die bei Lieferanten erst nachbestellt werden muss. Das verlängert in diesen Fällen zwar die Lieferzeiten, aber es erlaubt uns erst einmal, für den Shop ein eigenes Sortiment aufzubauen. Die Verfügbarkeit bei Produkten, die auch im Laden liegen, muss in den ersten Monaten noch manuell nachgeführt werden. Da ich aber davon ausgehe, dass sich die Anzahl der Bestellungen noch sehr in Grenzen halten wird, eine hoffentlich praktikable Lösung. So haben wir jedenfalls die Chance, uns grundlegende Gedanken über ein sinnvolles Warenwirtschaftssystem zu machen, das später auch die Basis für den Onlineshop darstellen soll. Ein Wunschprodukt hätte ich da zwar im Auge, dass wird aber aus Kostengründen erst mal keine Alternative sein.

Eine weitere Erkenntnis ist, dass die Produzenten bzw. der Großhandel immer noch nicht auf das Zeitalter des eCommerce eingestellt sind. Das hat mich ehrlichweise sehr überrrascht und ich kann es auch nicht ganz nachvollziehen. Viele Produzenten zieren sich immer noch, dass ihre Waren im Internet angeboten und verkauft werden sollen. Da gibt es für die Händler zahlreiche Auflagen und Einschränkungen bis hin zum Verbot, die Ware im Internet anzubieten (komischerweise findet man sie dann meist doch bei einem großen, bekannten, ehemaligen Online-Buchhändler). Außerdem hätte ich erwartet, dass man von Produzenten und/oder vom Großhandel die Produktdaten in einer für Onlineshops verwendbaren Form erhalten würde. Aber auch hier Fehlanzeige. Wenn die Daten überhaupt verfügbar sind, dann ist die Datenqualität ist nicht unbedingt besser, als die, die ich im Warenwirtschaftssystem vorgefunden habe. Pfiffige Hersteller könnten sich hier noch einen großen Vorteil für ihren Vertrieb schaffen, wenn sie ihre Produktdaten in unterschiedlichen Formaten für den direkten Import in die verschiedenen Shopsysteme anbieten würden (nur so als Idee am Rande).

Vermarktung des Onlineshops Bikezeug

Ich hatte schon angedeutet, dass uns nur begrenzte Mittel für dieses Projekt zur Verfügung stehen. Wir haben kein Werbebudget, um Menschen für uns im Fernsehen vor Glück schreien zu lassen. Dennoch glaube ich, dass wir ein Chance haben, auch mit überschaubaren Mitteln eine gewissen Aufmersamkeit für den Onlineshop zu erzeugen. Unsere Pläne sind:

  • Den Webshop möglichst für Suchmaschinen optimieren (SEO)
  • Suchmaschinenmarketing, obwohl wir uns mit den buchbaren Keywords im sogenannten Long Tail bewegen werden
  • Im Webshop ist ein eigener Blog integriert (ja, ich glaube an dieses Format!)
  • Wir planen die Produktion von Videos über Touren und mit Werkstatt-Tipps
  • Einsatz von Sozialen Medien, um Aufmerksamkeit zu bekommen, da sollen natürlich die Videos helfen

Gerade das Potential des Videomarketings interessiert mich sehr. Die Produktion der kleinen Filmchen ist zwar sehr aufwendig, aber sie sind ein ideales Medium, um sie einerseits in der eigenen Webseite einzubinden und um sie andereseits im Internet zu streuen.

Das soll es erst mal gewesen sein, ich berichte gerne weiter über unsere Erfahrungen und ob wir es tatsächlich schaffen werden, nennenswerten Umsatz über unseren Onlineshop zu bekommen. Und wenn Ihr Euch den Onlineshop von Bikezeug anschauen wollt, Ihr findet in unter www.bikezeug.de.

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