Vortrag über Potenzialentfaltung von Prof. Gerald Hüther auf dem Entrepreneurship Summit 2012

Entrepreneurship Summit 2012: Prof. Gerald Hüther über Potenzialentfaltung Den mit Abstand beeindruckensten Vortrag auf dem Entrepreneurship Summit hielt Prof. Gerald Hüther zum Thema Potenzialentfaltung. Gerald Hüther ist Neurobiologe und Hirnforscher. Was das mit Entrepreneurship zu tun hat, erläuterte er in einem äußerst kurzweiligen und humorvollen Vortrag. Dabei geht es um die Erkenntnisse der letzten Jahre im Bereich der Hirnfoschung und den Konsequenzen, die wir für uns alle daraus ziehen können (sollten). Er versucht den Brückenschlag von Grundlagenforschung hin zur Anwendung. Bis zum Ende des letzten Jahrhunderts war das allgemeine Verständnis über unser Gehirn, dass es sich bis zu einem bestimmten Alter irgendwann Ende der Pubertät entwickelt hat. Danach ist Schluss. DNach ABschluss dieser Entwicklung wurde das Gehirn als ein statisches Organ betrachtet. Was bis dahin nicht gelernt wurde, wird dann nicht mehr gelernt: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr. Entsprechend sah (und sieht) unser Bildungssystem aus: es geht darum, in die kleinen Köpfe möglichst viel Wissen einzutrichtern. Die Auswüchse sind bekannt: im Kindergarten bereits Computer- und Fremdsprachenunterricht statt freiem Spiel. In den ersten Jahren unseres neuen Jahrhunderts hat sich dank der Erkenntnisse in der Neurobiologie dieses Bild grundlegend geändert. Man stellte fest, dass unser Gehirn sehr wohl in der Lage ist, über die gesamte Lebensspanne hinweg sich zu entwickeln und zu lernen. Seither macht die These vom lebenslangen Lernen die Runde. Die Konsequnez: Nun werden nicht mehr nur die Kleinen mit möglichst viel Wissen malträtiert, sondern man sieht Erwachsene in der U-Bahn mit kleinen Geräten beim „Gehirnjogging“ oder Senioren bekommen Sudoku verordnet. Das Gehirn wird trainiert wie ein Muskel. Aber so einfach geht es dann doch nicht....

Die Waschkampagne passt!

Entrepreneurship Summit 2012 im Henry Ford Bau der FU Berlin Im Rahmen des entrepreneurship summit 2012 in Berlin wurden einige Neugründungen vorgestellt, die das Konzept des Entrepreneurship nutzen, wie es Günter Faltin in seinem Buch »Kopf schlägt Kaptial« vorstellt. Ein Beispiel möchte ich herausgreifen, weil es sehr schön dieses Prinzip des Entrepreneurship verdeutlicht: die Waschkampagne von Wolfgang Kunz aus Herrsching. Um auf eine tragfähige Geschäftsidee zu kommen schlägt Faltin vor, mit offenen Augen durch das Leben zu gehen und immer dann aufmerksam zu werden, wenn man mit bestehenden Prozessen oder Produkten selbst nicht zufrieden ist. Wenn sich also die Idee des »Das könnte man doch eigentlich besser machen« förmlich aufdrängt. So auch Wolgang Kunz aus meiner Nachbargemeinde Herrsching. In unserer Gegend haben wir ein ausgesprochen hartes, also kalkhaltiges Wasser. Das hat zur Folge, das man bei uns sehr viel mehr Waschmittel verwenden muss als in Gegenden mit mittleren oder gar niedrigen Härtegraden des Trinkwassers. Man benötigt also sehr viel mehr Enthärter, dessen Anteil im Waschmittel aber konstant ist. Damit erhöhen sich pro Waschgang aber auch alle anderen Anteile im Waschmittel wie z.B. Tenside, Bleichmittel oder Duftstoffe. Bei Waschmitteln gibt es zwar sogenannte Baukastensysteme, mit denen man sich sein eigenes Waschmittel nach Bedarf selbst herstellen kann, aber die sind recht teuer und auch zu kompliziert. Die Idee: jeweils ein Waschmittel für weiches, mittleres und hartes Wasser mit jeweils unterschiedlichen Anteilen an Enthärter. Und den Härtegrad seines Wassers sollte jeder Verbaucher kennen. Ein einfaches System! Dabei wird nicht nur das Abwasser weniger belastet, sondern man benötigt auch insgesamt weniger Waschmittel, man spart als auch noch Geld. Bei dieser Idee gibt es...

Der Entrepreneurship Summit 2012 in Berlin

In Vorbereitung auf meine Selbständigkeit habe ich unter anderem das Buch von Prof. Günter Faltin »Kopf schlägt Kapital« gelesen. Es geht darum, dass das Entscheidende an einer Gründung die Idee ist, weniger das verfügbare Kapital. Das Buch hat mich sehr beeindruckt und sicherlich nachhaltig beeinflusst, denn Faltin verfolgt einen grundlegend anderen Ansatz einer solchen Unternehmensgründung als man von den sonst üblichen Beratungsstellen vermittelt bekommt. Entrepreneurship Summit 2012 im Henry Ford Bau der FU Berlin Während für Medien und Politik die Motivation für eine Existenz- oder Unternehmensgründung irgendwo zwischen Arbeitslosengeld I und Hartz IV angesiedelt ist, verfolgt Günter Faltin einen anderen Ansatz. Der Fokus liegt dabei vor allem in der Freude und der Begeisterung, die ein solcher Schritt für den Gründer auslösen kann. Selbstverwirklichung spielt dabei zwar auch eine Rolle, der Begriff ist aber sicherlich zu kurz gegriffen. Es geht auch um eine starke soziale Komponente und um die Verantwortung für sich, für seine Angehörigen, für die Mitarbeiter und nicht zuletzt für die Gesellschaft, die sich aus einer Unternehmensgründung ergibt. Dabei ignoriert er nicht die betriebswirtschaftliche Sicht, aber er reduziert die Betriebswirtschaft zu einem reinen Werkzeug. Man muss es zwar anwenden, aber es auf gar keinen Fall zu einen Selbstzweck werden darf (Der Titel eines Vortrags von Alexander Osterwalder hieß: Burn your Businessplan). Nach Faltin liegt die Hauptaufgabe eines Gründers darin, seine Ideen zu entwicklen und umzusetzen und eben nicht, Businesspläne zu pflegen oder die Buchhaltung zu machen. Und vor allem nicht der Meinung zu Verfallen, alles auch noch selbst machen zu müssen. Wer keine Lust darauf hat, kann und soll diese Aufgaben möglichst auslagern und sich auf seine Ideen...

Zahl der Existenz- und Firmengründungen geht in 2012 zurück

Letzten Freitag (28. September 2012) meldete die Süddeutsche Zeitung in ihrem Wirtschaftsteil, dass die Zahl der Existenzgründungen im ersten Halbjahr 2012 gegenüber den Vorjahren stark zurückgegangen sei. Sie beruft sich dabei auf Zahlen des DIHK (Deutscher Industrie- und Handelskammertag), der schätzt, dass es gesamten Jahr nur noch weniger als 400.000 Existenzgründungen geben wird. Als Grund für das abnehmende Interesse an der Selbständigkeit wird einzig und allein der aktuell gute Arbeitsmarkt genannt. Kein Wort zum Beispiel davon, dass die Gründungsförderung durch den Bund von der schwarz-gelbe Regierung stark zurückgefahren wurde und damit den Sprung in die Selbständigkeit deutlich erschwert wurde. Die vorherrschende Motivation für den Schritt in die Selbständigkeit scheint also nur eine drohende Arbeitlosigkeit zu sein. Ein äußerst negatives Bild von der Selbständigkeit. Dabei liefert die Süddeutsche nur einen Tag später, in der Wochenendausgabe vom 29./30. September 2012 in der Beilage „Beruf und Karriere“ einen weiteren, ziemlich guten Grund für die Selbständigkeit (Artikel Kollege Fürchterlich): Kollegen oder Vorgesetzte, die einem nachhaltig die Freude an der Arbeit vergällen. Laut Artikel werden in größeren Unternehmen hauptsächlich diejenigen befördert, die mindestens verhaltensauffällig sind. Im günstigsten Fall hat man es dabei mit Narzissten und Zynikern zu tun, die einem das Berufsleben zur Hölle machen können. Im schlimmsten Fall aber mit Soziopathen, einem Menschentyp, der sich vor allem durch antisoziale Persönlichkeitsstörrungen auszeichnet. Traurig genug, dass dieser Typus Mensch sich in Unternehmen am besten durchsetzen kann und so die Karriereleiter nach oben steigt. Seinen Weg pflastern dabei vermutlich viele Leichen. Was bleibt einem in diesem Fall? Nun, der Schluss, den der Artikel der Süddeutschen zieht: Jobwechsel. Das ist aber oft leichter gesagt als getan. Denn...