Benutzerdefinierte Variablen in Google Analytics

Segmentierung der Webanalyse-Daten ist das A und O bei der Auswertung von Zugriffsdaten einer Webseite. Google Analytics bietet dazu die Möglichkeit, diese Zugriffe von Besuchern nach sogenannten Benutzerdefinierten Variablen aufzudröseln. Für diese benutzerdefinierten Variablen stehen drei grundsätzliche Ebenen zur Verfügung: die Ebene eines Besuchers, die Ebene eines Besuchs (= Session) sowie die Seitenebene.

Die Ebenen der Auswertung im einzelnen:

  • Besucher-Ebene: eine Variable wird in Abhängigkeit eines Besuchers gesetzt, gehört der Besucher der Webseite z.B. zum Kreis der registrierten Mitglieder oder nicht.
  • Session-Ebene: diese Variable kann genutzt werden, um verschiedene Zustände eines Besuchs bzw. einer Session auszuwerten, ist der Besucher während seines Besuchs z.B. angemeldet oder nicht.
  • Seiten-Ebene: verschiedene Seiten setzen eine Variable unterschiedlich, und zwar unabhängig vom Besucher. Erlaubt z.B. eine Auswertung einzelner Bereiche einer Webseite.

In meinem Beispiel möchte ich in Zukunft die Möglichkeit haben, die Seitenaufrufe meines neu eingerichteten eCommerce-Forums getrennt von den Seitenaufrufen der restlichen Webseite bzw. des Blogs auszuwerten. Ich möchte sehen, ob sich die Nutzung dieser beiden, funktionell völlig unterschiedlichen Bereiche unterscheidet.

Report mit benutzerdefinierten Variablen in Google Analytics

Report mit benutzerdefinierten Variablen in Google Analytics

Um diese Segmentierung der Webanalysedaten durchzuführen habe ich eine benutzerdefinierte Variable »Section« eingeführt, die die Seitenebene (page level) nutzt. Die Variable »Section« kann dabei zwei Zustände annehmen: den Wert »Blog« bei Aufrufen von Seiten der eigentlichen Webseite und »Forum« bei Aufrufen der Seiten des eCommerce-Forums im Unterverzeichnis /ecommerce-forum/.

Die Anpassung des Google Analytics Tracking Codes ist dabei recht einfach, vor der Zeile _gaq.push([‚_trackPageview‘]); wird lediglich eine der beiden folgenden Zeilen mit folgendem Aufruf eingefügt:

  1. _gaq.push([‚_setCustomVar‘,1,’Section‘,’Blog‘,3]);
  2. _gaq.push([‚_setCustomVar‘,1,’Section‘,’Forum‘,3]);

Der Footer des WordPress-Themes bekommt dabei einfach eine etwas andere Anweisung (1) wie der Footer der Seiten des Forums (2), dass die Software phpBB nutzt.

Die Bestandteile des Aufrufs im einzelnen:

  • _setCustomVar bezeichnet die Funktion, die die Variable setzt
  • 1 ist der Index (Werte 1 bis 5). Google Analytics erlaubt in der kostenfreien Version die Nutzung von ein bis fünf benutzerdefinierten Variablen. Hier wird definiert, welche der fünf gesetzt werden soll
  • Section der selbst gewählte Name der benutzerdefinierten Variable
  • Blog oder Forum, die beiden selbstgewählten Werte, die die Variable annehmen kann
  • 3 definiert die Ebene, auf welcher die benutzerfdefinierte Variable wirken soll, dabei gilt:
    • 1 : Besucher-Ebene (visitor level)
    • 2 : Besuchs- oder Session-Ebene (session level)
    • 3 : Seiten-Ebene (page level)

Im Tool Google Analytics ist der Report mit den benutzerdefinierten Variablen unter Zielgruppe > Benutzerdefiniert > Benutzerdefinierte Variablen zu finden (siehe Screenshot). Hat man erst einmal begonnen, mit benutzerdefinierten Variablen in Google Analytics zu arbeiten, fallen einem immer mehr Anwendungsfälle ein, diese Segmentierung der Webanalysedaten zu nutzen. Happy Analyzing!

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1 Kommentar

  1. Guten Tag Herr Schmidt,

    vielen dank für Ihre erhellende Darstellung. Dass dem Trackingcode bestimmte Inhalte in der zusätzlichen Codezeile mitgegeben wird, ist mir klar. Eines ist mir leider noch nicht klar – was muss ich im Quelltext noch programmieren, dass dann in der betreffenden Codezeile tatsächlich blog oder forum stehen habe? ich nehme an, dass das eine Variable ist die erst mit dem konkreten Seitenaufruf mit blog oder forum gefüllt wird, oder liege ich da falsch?

    Besten Dank für Ihre Unterstützung & freundliche Grüße
    Gerd Theobald

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