2 typische Fehler beim Aufbau eines Onlineshops mit Magento

In den letzten Wochen häuften sich bei mir die Anfragen von Shopbetreibern, die Probleme mit ihren Magentoshops haben. Magento ist eine sehr mächtige und extrem flexible Software für Onlineshops, die aber auch einen Nachteil hat: die hohe Komplexität der Software. Allen Anfragen lassen sich aber auf zwei grundlegende Fehler zurückführen, die beim Aufbau des Onlineshops gemacht wurden.

Produktkatalog

Das A und O des Onlineshops ist ein sauber aufgesetzter Produktkatalog. Magento erlaubt es, die Produkte nicht nur mit Hilfe von Kategorien zu strukturieren, sondern auch anhand ihrer Eigenschaften. Diese Eigenschaften lassen sich in Form von Attributen definieren, die wiederrum in Attributsets zusammengefasst werden. Diese Attributsets können dann den einzelnen Kategorien zugeordnet werden , um die Produkte einer Kategorie bestmöglich zu beschreiben. Außerdem lassen sich dann im Frontend für die Besucher des Shops zahlreiche Funktionen wie Filter nutzen, die eine Navigation durch den Produktkatalog erleichtern (von zusätzlichen Filtermöglichkeiten des Produktkatalogs im Backend ganz zu schweigen).

Die Produktkataloge, die ich letzter Zeit gesehen habe, verzichten auf dieses mächtige Werkzeug. Es werden zwar Kategorien genutzt, aber alle Kategorien setzten auf dem gleichen Attributset auf, meist sogar das voreingestellte „default“-Attributset. Dieses enthält dann zu allem Überfluss auch noch eine Menge an Attributen für alle Produkte.

Bevor man seinen Produktkatalog in Magento aufbaut bzw. die Struktur dafür mit Attributen und Attributsets einrichtet, macht es durchaus Sinn, sich auf einem Blatt Papier und mit einem Bleistift (Excel geht natürlich auch) sich diese Struktur einmal aufzumalen bzw. sich Gedanken darüber zu machen, welche Kategorien durch welche Eigenschaften am besten beschrieben werden. Das nachträgliche Anlegen der Attribute und Attributsets ist einigermaßen nervig und man verzichtet auf zahlreiche Funktionen zur Navigation im Frontend und im Backend.

Webdesign mit eigenem Magento-Theme

Egal, welches Buch, welches Forum, welchen Blog oder welche andere beliebige Quelle man zu Rate zieht, um sein Theme in Magento seinen Bedürfnissen anzupassen, überall wird gepredigt, in welcher Weise man dies zu tun hat. Umso erstaunlicher finde ich es, dass man immer wieder auf Magento-Themes stößt, bei denen die Änderungen direkt in den Dateien der Basis-Themes eingearbeitet wurden. Selbst Änderungen in Magentos Core-Dateien sind mir schon untergekommen.

Das Rumgefummel in diesen Dateien bringt vielleicht erste, schnelle Erfolge, zerstört aber jede Updatefähigkeit Magentos. Die Pflege und Betreuung eines solchen Shops, egal, ob man das als Shopbetreiber selber macht oder als Auftrag vergibt, ist eine einzige Qual, von der Betriebssicherheit eines solchen Onlineshops einmal abgesehen.

Übernimmt man ein solches System später zur Betreuung und soll Anpassungen machen, steht man immer vor dem Konflikt, in diesen Dateien weiter rumzufummeln (was heftigste Schmerzen verursacht), oder dem Kunden mitzuteilen, dass man alles vorherige wegschmeißen und das Layout erst mal komplett neu machen muss. Das versteht der nun wieder nicht, denn er hat unter Umständen für seinen Shop bereits eine Menge Geld bezahlt.

Leider haben diese oft gemachten, grundlegenden Fehler dazu geführt, das Magento einen schlechten Ruf hat und als sehr kompliziert gilt.

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3 Kommentare

  1. Die Attributsets werden doch dem Artikel und nicht der Kategorie zugeordnet. Oder liege ich da falsch?

    Antworten
    • Ja, die Attributsets werden den Artikeln beim Anlegen zugeordnet und nicht der Kategorie. Fasst man aber alle Artikel einer Kategorie (evtl. auch nur den Oberkategorien) über einen Attributset zusammen, kann man im Backend nach dem Attributset filtern und kann so über einen Umweg auch nach Kategorien filtern. Finde ich bei der Verwaltung von Produkten im Backend ganz angenehm. Bei Produkten, die mehreren Kategorien zugeordnet sind, muss man sich halt für eine passende Kategorie entscheiden. Aber meist passt das sowieso ganz gut.

      Antworten
  2. und wie verändert man nun ein Theme ordnungsgemäß?

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